Spange Kagran

Wie viele Ausfallsstraßen in Wien ist auch die Wagramer Straße zum Teil durch eine Bebauungsstruktur gekennzeichnet, die, ähnlich wie bei Straßendörfern, sich zur Straße hin so verdichtet, dass ein Bewusstsein für die dahinterliegende Bebauung meist nicht gegeben ist. Bei der Wagramer Straße kommt hinzu, dass sie ein sehr heterogenes Erscheinungsbild hat, das vor allem von den Bebauungen aus den 70.er Jahren geprägt ist. Der unmittelbare Bereich um das Wettbewerbsgebiet ist gekennzeichnet durch den Übergang einer Straßenrandbebauung im südlichen Teil, hin zu einer Bebauung mit Gewerbebetrieben im Norden des Wettbewerbsgebietes. Im Bereich dieser Gewerbebetriebe erstreckt sich auf deren Rückseite eine zweite Erschließungsachse, die Paneth-Gasse, diese zweite, parallel zur Wagramer Straße gelegene Erschließungsachse setzt sich in der südlich an  das Wettbewerbsgebiet angrenzenden Bebauung nicht fort.   Diese Festsstellung dieser Umstände ist gleichsam Programm für den städtebaulich Ansatz dieses Entwurfes. Dabei steht die Fortsetzung der Baufluchtlinie der südlich gelegenen Bebauung im Vordergrund. Da die Wagramer Straße eher wenige gleichförmige Randbebauungen hat schien es wichtig diese fortzusetzen und damit zu verstärken. Gleichzeitig sollte aber ein Bezug in die Tiefe des Wettbewerbsareals, und damit eine In-Beziehungsstellung desselben mit der Wagramer Straße gegeben sein. Durch das Verschwenken des an der Wagramer Straße gelegenen Büro- und Geschäftshauses  an seiner Rückseite entsteht eine Achse zur dahinter gelegenen Wohnbebauung. Sie wird in unmittelbare Beziehung zur U-Bahnstation und zur Wagramer Straße gebracht (Städtebauliche Entwicklung in die Tiefe). Am anderen Ende dieser Achse währe es wünschenswert auf dem anschließenden Gewerbegelände in weitere Zukunft einen öffentlichen Durchgang zu widmen um auch eine Einbindung der Paneth-Gasse im Norden an das Wettbewerbsgebiete zu ermöglichen. Das Aufgangsgebäude der U-Bahn wird zu einem wichtigen Bezugspunkt und damit in den neuen Städtebau integriert. Die Identität des neuen Platzbereiches wird durch diesen U-Bahnaufgang, das Bürogebäude und die dahinter liegenden gemischt genutzten Bauteile (Gastronomie-Wohnen) geprägt. Eine Zweite Querung, die als Park bzw. Grünbereich gekennzeichnet werden kann, bildet gewissermaßen die Mitte des neuen Städtebaues. Sie quert die von der U-Bahn kommende schräge Haupterschließungsachse und leitet in die Bereich der reinen Wohnbebauung über. Dieser Grünbereich soll eine übergeordneten Bezug auch zu den angrenzenden Bebauungen herstellen und diese in die neue Struktur integrieren. an der Ostseite des Grünbereiches mündet derselbe direkt in die Wagramer Straße. Auch hier entsteht ein zweiter räumlicher Bezug der Wagramer Straße zum dahinter gelegen Areal. durch eine Gangverbindung bzw. eine gläserne Schallschutzwand im Bürotrakt soll die Lärmverbreitung in das Areal unterbunden werden. Diese art „unterbrochener“ Wand des Bürotraktes verstärkt einerseits die Trennung zum dahinterliegenden Wohngebiet verbindet sie aber gleichzeitig eben dadurch. Ganz im sinne der Definition bzw. Wahrnehmung einer Wand, die erst durch eine Öffnungen als solche verstärkt wird und gleichzeitig einen unmittelbareren Bezug zum dahinterliegenden Bereich herstellt (Fenster). Die gegenüber liegende Rolandgasse wird so auch in Bezug gebracht. An der Westseite öffnet sich der Grünbereich großräumig zur Donin-Gasse. Diese wird so sehr stark in das neue Gebiet integriert, was nicht zuletzt wegen der EPK-Widmung wichtig ist, um den öffentlichen Charakter des selben zu verstärken. Die neue Wohnbebauung ist so orientiert, dass die Beeinträchtigung der Nachbarliegenschaften möglichst reduziert wird. Besonders im nördlichen Bereich entlang der Aladar-Pecht-Gasse wurde im Erdgeschoss ein Rücksprung der Bebauung vorgenommen, der den Übergang zu der sehr kleinteiligen nördlich gelegenen Siedlung herstellt, bzw. eine art Höhenstaffelung stattfindet. Unter dem aufgeständerten 6-geschossigen Wohnbau befindet sich eine art halböffentlicher gedeckter Bereich. Er soll ein Pendant zur EPK-Fläche bilden. Es sind hier quartiersbezogene temporäre Nutzungen, wie etwa Sporteinrichtungen (Bocciabahn) etc. angedacht. Dieser Wohnbau hat, wegen der Lärmentwicklung auf der Wagramer Straße, eine Laubengangerschließung.     Verkehrskonzept:   Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt von der Wagramer Straße aus über die Aladar-Pecht-Gasse die als Sackgasse ausgebildet ist. Solange nicht auch der Bauabschnitt 4 zur Verwirklichung kommt erfolgt die Ausfahrt ebenfalls über die Wagramer Straße. Erst bei der Realisierung (gegebenenfalls auch früher als Provisorium) erfolgt die Ausfahrt über die Aladar-Pecht-Gasse / Donin-Gasse die auch in diesem Bereich als Sackgasse geführt ist. Im zur Wagramer Straße zugewandten Teil der Aladar-Pecht-Gasse befindet sich auch eine Anlieferzone für kleine LKW´s. In der Donin-Gasse ist ein weiterer Fahrradweg vorgesehen der die westlichen Wohngebiete besser an die U-Bahn anschließen soll. Im unteren Bereich der Donin-Gasse befindet sich eine Anlieferzone, vor dem Hort und Kindertagesheim befindet sich eine Vorfahrtspur. Der innere Bereich des Wettbewerbsgebietes ist den Fußgänger vorbehalten.   Bauabschnitte:   Die Bauabschnitte sind im Wesentlichen durch das Garagenkonzept determiniert. Erster Bauabschnitt, bzw. unabhängig realisierbar ist der Bereich unmittelbar vor dem U-Bahnausgang.   Zweiter Bauabschnitt ist der Büro und Geschäftstrakt an der Wagramer Straße, dieser könnte auch gemeinsam mit dem 3. Bauabschnitt realisiert werden. 4. und letzter Bauabschnitt sind die zwei Wohnanlagen im Westen des Areals.