Sonnwendgasse

STÄDTEBAU: URBANITÄT versus SCHALL


- Ausnutzung des in der Flächenwidmung enthaltenen Interpretationsspielraumes

Anbindung des im Masterplan isoliert stehenden Gebäudeteils BKL III:
für die Erhöhung des Schallschutzes im Innenbereich
für die Integration statt Isolation dieses Gebäudeteils mit teilweise Sonderwohnformen
für die Verbesserung der Belichtungsabstände auch für die Baugruppe

die Verteilung der Baumaßen entsprechend der Widmung mit den Möglichkeiten
plastischer Ausverformungen:
die geschuppte, gegliederte Fassade Sonnwendgasse zur Verbesserung der Schallabsorption
die plastische Ausformulierung der Südseite zur Erhöhung der Wohnqualität
die Differenzierung und Terrassierung des nördlichen Flügels bzw. das "Hinaufziehen" des Freiraumes bis ins 6.OG

- lesbare und identifizierbare städtebauliche Elemente: Arkade + Hof
Arkade: Öffnung und Anbindung nach außen / Cafe als Treffpunkt
Hof: Oase der Ruhe / Herzstück der Wohnanlage und "Bühne" für Alle
dazwischen: größtmögliche Transparenz / keine Barrierewirkung / Blick in den Hof

- Vernetzung und Einbindung:
diagonale Querung des Grundstückes und Bündelung des internen Wegenetzes des Gesamtareals
Durchgang in der südwestlichen Gebäudeecke in Richtung Gudrunstraße und geplanter U2-Verlängerung
offene Grundgrenze mit Übergängen zur Nachbarliegenschaft und eine gemeinsame Feuerwehrzufahrt von Norden werden angeregt

 

ERSCHLIESSUNG: INTEGRATION STATT ISOLATION

- Erschließung als Chance für Begegnung:
die Reduktion auf 2 Stiegenhäuser erhöht das Gefühl für Gemeinschaftlichkeit, vermeidet soziale Isolation und schafft Möglichkeiten der Begegnung
die Erschließungsgänge liegen nord- / bzw. ostseitig, sind großzügig verglast und ermöglichen in jedem zweiten Geschoß einen Rundgang durch das Haus sowie Blickbeziehungen zu Innenhof und Außenraum
für alle Bewohner ist die Gemeinschaftsterrasse im 6.OG zugängig und hausintern zu erreichen
im EG sind die beiden Stiegen mittels einer durchgehenden "Mall" an die Gemeinschafts-räume angebunden

- Einladend und offen nach Außen:
die Zugänge befinden sich von den Straßenkreuzungen geschützt leicht zurückgesetzt
unmittelbar bei den Eingängen Fahrradabstellmöglichkeiten (teilw. überdacht)
beim nördlichen Zugang wird eine Anlieferungszone bzw. eine Vorfahrt (für Behindertentransport / Notarzt o.ä.) vorgeschlagen

natürliche Belichtung der Abgänge zur Tiefgarage und 2.KG zur Vermeidung von Angsträumen
die Zufahrt in die Garage ist im Nordflügel integriert (vorhandene Gebäudetiefe) mit dem von innen zugängien Müllraum
die Garage verfügt teilweise über Stapelparker (Möglichkeit der Erweiterung auf Nachbargrund)

 

WOHNUNGEN: FÜR ALLE LENBENSLAGEN

- differenziertes Wohnungsangebot für unterschiedliche Lebenssituationen

für Menschen mit geringerer Mobilität Wohnungen südseitig zum Grünhof:
Wohngemeinschaft für Menschen mit besonderen Wohnbedürfnissen
rollstuhl- und behindertengerechte Wohnungen (sowohl B- als auch C-Typen)

für Berufstätige und Familien Wohnungen mit Freiräumen süd-/westorientiert (Nachmittagssonne):
C-Typen für Familien sind grundsätzlich durchgesteckt oder an den Gebäudeecken (Querlüftung) (Schlafräume zum Hof oder in die Nebengassen)
sogenannte "falsche Maisonetten" für mehr durchgesteckte Wohnungen und Schlafräume
mit vorgelagertem Balkon zum Hof
Im Laubengangbereich: durchgesteckte Wohnungen mit außenliegender Küche zum Hof

- Freiräume:
verglaste Veranden (Schallschutz) zu Sonnwendgasse
Balkone zur südlichen Straße und in den Hof
Terrasse für Menschen mit besonderen Bedürfnissen im 3.OG
Gemeinschaftsterrasse im 6.OG (anstelle von Mietergärten)
Innenhof als Herzstück und "Bühne" der Wohnanlage


GESTALTUNG: ORGANISCHE VIELFALT

- Gestaltung des Wohnhauses differenziert entsprechend unterschiedlicher Anforderungen:
einladende Gestik des Baukörpers gegenüber der Umgebung
Vermeidung unbelebter Straßenfronten in Bezug zum Stadtraum
ablesbare, erlebnisreiche und kommunikative Erschließungsformen mit Aussenbezug
Aussenerscheinung stärker generalisierend / Hofseite mit höherer Individualisierung

- Heterogenität des Erscheinungsbildes / Individualität des Wohnens
geschuppte und stärker geschlossene Fassade entlang der Sonnwendgasse
(dazu die offene, einladende Arkadierung in den unteren Geschoßen)
plastische Auflösung des Baukörpers durch Ausbildung von Nischen zur Südseite
(dazu das stärkere Schließen im Bereich des Erdgeschoßes)
Laubengänge und Balkone als kommunikative Elemente ähnlich Theaterlogen, die um den
Innenhof als eine Art "Bühne" gruppiert sind
eher geschlossene Nordfassade (Erschließungsgänge) mit einzelnen Großverglasungen im Eingangsbereich und im Bereich von Kommunikationszonen