Absberggasse

 

ARCHITEKTUR:

 

1. STADTSTRUKTUR:

- die Flächenwidmung enthält Spielraum für die Gestaltung der Baukörper:
damit sind vorspringende Baukörper wie der Gemeinschaftsraum im 1.OG möglich

- die in der Widmung vorgesehene Höhendifferenzierung lässt sich jedoch aufgrund der sehr starken Topografie schwer abbilden: der Eckbaukörper wird auf eine durchgehende Gebäudehöhe reduziert, damit die Höhensprünge klarer zum Ausdruck kommen (städtebauliche Akzentuierungen)

- der 10m breite Durchgang von der Laaer-Berg-Straße wird durch einen Gebäude- rücksprung betont und aufgeweitet (§ 69 – Ansuchen wegen der Lage erforderlich)

- dieser Durchgang ermöglicht eine diagonale Querung der Areals und dient gleichzeitig der fußläufigen Erschließung der Wohngebäude (Innenhof als zentraler Verteiler und halböffentliche Begegnungsstätte)

- Fortführung des Martha-Schwartz-Parks und Überleitung in den Grünbereich jenseits der Schrankenberggasse

- Ausbildung der nördlichen Grundgrenze (gemäß vorliegender Zustimmung von wohnfonds_wien und WSE): Weiterführung des Durchganges auf dem Areal des künftigen Bauträgerwettbewerbes

- dem Kreuzungsbereich und als Gegenüber zum dominierenden PORR-Gebäude ist ein Nahversorgungsmarkt und ein öffentlicher Platzbereich zugeordnet

- Anbindung an das Radwegenetz in der Laaer-Berg-Straße und der Absberggasse


2. GEBÄUDESTRUKTUR:

- Auflösung der schwierig nutzbaren süd-westlichen Gebäudeecke zugunsten eines
2-geschossig offenen, angstfreien Durchgangs

- halböffentlicher Hofbereich fungiert als zentraler Verteiler und Begegnungsbereich für Bewohner und Passanten

- dem Hofbereich mit den Spielplätzen und Grüninseln zugeordnet sind die Gemeinschaftsräume sowie die großzügigen Foyers und sonstigen Hausneben-räume

- Verzicht auf baulich aufwändige und kostenintensive Dachgeschosse, dafür Sauna- und Fitnesseinrichtungen mit Atrium und Terrasse im Dachgeschoss auf Stiege 2
- Ausnutzung der Geländedifferenz sowohl für die bauliche Trennung der Marktnutzung (Anlieferung und Entsorgung) vom Wohngebäude als auch für die platzsparende Erschließung der Garagengeschosse

- dadurch auch Möglichkeit eines gemeinsamen Fahrradraumes mit direkten Zugängen von Absberggasse (Fahrradweg) und Schrankenberggasse

- Wohnungen im Erdgeschoss lediglich zum Ruhebereich in Richtung Schrankenberg-gasse (Parkanlage)


Bauteil Blaich + Delugan (Stiegen 1, 2, 3)

- der Innenhof fungiert als Vorbereich für das großzügige, 2-geschossige Foyer des Hochhauses Stiege 1 (auch von der unteren Ebene erreichbar) und die zu einem gemeinsamen Foyer zusammen gefassten Stiegen 2+3

- das natürlich belichtete Stiegenhaus des Hochhauses ist druckbelüftet und brandschutztechnisch vom Erschließungsgang getrennt (Feuerwehraufzug und Feuerwehrzufahrt auf eigenem Grund erforderlich)

- die Wohnräume im Hochhaus sind großteils an den Ecken situiert und erhalten natürliches Licht aus zwei verschiedenen Himmelsrichtungen; teilweise sind außen liegende und somit abtrennbare Küchen möglich

- bei Stiege 2 werden in jedem zweiten Geschoss mittels natürlich belichteter Stich-gänge durchgesteckte C-Maisonetten mit hofseitigen Schlafzimmern er-schlossen

- im 7.OG steht den Bewohnern der Wohnanlage ein Sauna- und Fitnessbereich zur Verfügung

- im Erdgeschoss ist ein Markt mit ca. 750m2 Verkaufsfläche vorgesehen; die Anlieferung erfolgt schallgeschützt über das tiefer gelegene Kellergeschoss von der Seite Absberggasse in der Nähe der Garagenzufahrt

- für die Stiegen 1-3 ist ein zentraler Fahrradraum im 1. KG direkt vom Fahrradweg in der Absberggasse und über die Stiege 5 von der Schrankenberggasse her bequem zu erreichen (Zugang auch direkt von der Garage oder behindertengerecht von Stiege 1).

 

 

3. WOHNUNGSSTRUKTUR:

- eine hohe Wohnungsvielfalt mit unterschiedlichen Wohnsituationen ist durch das städtebauliche Umfeld und die unterschiedlichen Gebäudestrukturen gegeben

- funktionale, kompakte Wohnungsgrundrisse mit nutzbaren privaten Freiräumen; aufgrund der hohen Dichte keine Mietergärten im EG

- 60% der straßenseitigen Wohnungen sind nach zwei Himmelsrichtungen orientiert und somit quer durchlüftbar (in Summe 47%)

- lediglich 39 von 350 Schlafzimmern sind direkt zur Straße hin orientiert, d.h.: 89% der Schlafzimmer sind von der Straße abgewendet oder stark abgerückt

- dazu sind 9 Wohnungen von insgesamt 189 WE als „falsche Maisonetten“ mit großem VR auf der Erschließungsebene ausgelegt (interne Stiege gem. OIB 2011)


4. GESTALTUNG:

- Offenheit und Transparenz sind die beiden städtebaulichen Grundsätze für die Gestaltung der Wohnanlage

- durch Abweichen von der Baufluchtlinie optische Ausweitung des Durchganges und einladende Geste im Sinne einer „offenen Türe“

- Innenhof als Begegnungsstätte zwischen Bewohnern und Anrainern mit „spielerischen“ Anlässen zum Verweilen

- Erdgeschosszone als semi-transparente Zone mit Ausblicken und Einblicken

- Klarheit in der Baukörpergestaltung und Akzentuierung des Hochhauses durch vertikale Gestaltungselemente (Bezug zum PORR-Hochhaus)

- Verstärkung der Dynamik des Baukörpers durch heraus gedrehte Balkonelemente (entsprechend des Sonnenverlaufes)

- helles und freundliches Erscheinungsbild nach Innen wie nach Außen


SOZIALE NACHHALTIGKEIT:


1. ALLTAGSTAUGLICHKEIT:

- soziale Kontrolle und Schutz durch Eingänge vom zentralen Hof

- Transparenz und Offenheit nach Innen und Außen

- Kinderwagenabstellräume direkt den Stiegenhäusern zugeordnet

- zentraler Fahrradraum direkt am Fahrradweg im 1. KG (außer Stiege 4)

- natürliche Belichtung der Stiegenhäuser (mit Bezug zum Hof außer Stiege 5)

- Wahl zwischen unterschiedlichen Grundrissen und Lagepositionen

- nach Alltagstauglichkeit hin flächenoptimierte Grundrisse

- teils direkt belichtete und abtrennbare Küchen

- Möblierbarkeit aller Wohnungen mit Normmöbeln

- Großteil der Schlafräume zum Hof orientiert

- Wohnungseigene Freiräume in ausreichender Größe je nach Größe der Wohnung differenziert

- direkte Zugänge zur Tiefgarage von allen Stiegenhäusern

- Einlagerungsräume im Untergeschoss beim jeweiligen Stiegenhaus


2. KOSTENREDUKTION DURCH PLANUNG:

- zulässige Dichte des Bauplatzes wird fast zur Gänze ausgeschöpft

- einfaches statisches Konstruktionsraster

- keine kostenintensiven Dachgeschosse / Staffelgeschosse

- großteils nur ein vertikaler Schacht pro Wohnung

- Begrenzung der Wohnfläche pro Person ohne Qualitätsverluste

- direkt belichtete und belüftete Stiegenhäuser (Hochhaus: Druckbelüftung)


3. WOHNEN IN GEMEINSCHAFT:

- Gemeinschaftseinrichtungen: Gemeinschaftsraum, Kinderspielraum und Waschküche zusammenlegbar im EG direkt bei den Spielflächen gelegen

- separates Behinderten-WC

- zusätzlicher Gemeinschaftsraum mit Blick in den Hof (Hochhaus 1. Stock)

- Sauna- und Fitnessbereich mit Atrium und Terrassenflächen bei Stiege 2 / 7.OG

- Kommunikation im gemeinsamen, von allen Stiegenhäusern zugänglichen Hofbereich


4. WOHNEN FÜR WECHSELNDE BEDÜRFNISSE:

- Möglichkeit Bad und WC im Bedarfsfall zusammen zu legen

- Vielfalt unterschiedlicher Grundrisstypologien für unterschiedliche Generationen und Menschen in verschiedenen Lebensphasen (Geschosswohnungen, Maisonetten, kompakte 2-Zimmer-Wohnungen, großzügige 4-Zimmer-Wohnungen,...)


FREI- und GRÜNRAUM:

- die Leitidee folgt den Überlegungen zum Einen dem Freiraum möglichst viel Licht zukommen zu lassen, zum Anderen den Höhensprung im Nordosten landschaftlich zu integrieren

- polygonale Flächen bilden Inseln im Hof: teils als Grünflächen, teils als naturnahe Spielflächen

- diese Intarsien sind jeweils mit einer Säulenhainbuche sowie mit Mahonien und Gräsern bepflanzt und an den Rändern mit Sitzlinien versehen

- die sich nach Norden abtreppende Wiesenböschung, ein informeller Spielhang für Kinder, wird durch Säulenhainbuchen und Gleditschien bestimmt, ergänzt durch große Findlinge

- die Baumkulisse zieht sich an der Absberggasse in unregelmäßiger Anordnung weiter, akzentuiert durch Gräser und Eichblatthortensien

- Ecke Absberggasse / Laaer Berg Straße sowie beim Eingang an der Laaer Berg Straße entstehen zwei kleinere Platzflächen, auf welchen - wie auch im Innenhof - Betonplatten verlegt sind – wo dies von der Gehbelastung möglich ist, mit Rasenfugen

- Pflanzenliste: Carpinus betulus fastigiata / Säulenhainbuche, Gleditsia triacanthos „Skyline“ / Gleditschie, Mahonia aquifolium / Mahonie, Miscanthus sinensis / Chinaschilf, Hydrangea quercifolia / Eichblatthortensie


- Einsatz von Holz-Alufenstern und Türen sowie ökologisch zertifizierten Gipskartonplatten

- Ablöse von 10 % der PKW-Stellplätze durch solche für Fahrräder

- Vorbereitung für Ladestationen für E-Bikes und E-Cars

- Integration eines Nahversorgers in die Bebauung (kurzer, nicht motorisierter Einkaufsweg)


3. STADTRÄUMLICH WIRKSAME QUALITÄT IM GRÜN- UND FREIRAUM:

- Halböffentliche Durchwegung

- visuelle Offenheit des Innenhofs

- Regenwasserversickerung

- Flachdächer mit extensiver Begrünung als positiver Beitrag zum Mikroklima


4. DIFFERENZIERTE NUTZUNGSANGEBOTE IM GRÜN- UND FREIRAUM:

- Freiraum auf die Interessen der Bewohner der Hausgruppe zugeschnitten, vor allem Familien mit Kindern

- erlebbarer Zusammenhang zum angrenzenden Areal des zukünftigen Bauträgerwettbewerbs wird angestrebt